FAQ - Häufig gestellte Fragen

Gerne beantworten wir Ihre Fragen rund um den Leistungsbeitrag.

1. Warum braucht die Freie Gemeinschaftsbank Geld?
Die Freie Gemeinschaftsbank muss ihre Betriebskosten decken – wie jede andere Organisation auch. Unser besonderes Modell sieht vor, dass wir ausschliesslich mit dem Zinsdifferenzgeschäft arbeiten, d. h. wir verleihen Kredite zu höheren Zinsen als wir Zinsen auf Spargelder gewähren (Zinsmarge). Im Unterschied zu konventionellen Banken generieren wir keine Erträge durch Spekulation auf den Finanzmärkten oder durch Devisenhandel. Aufgrund der gegenwärtigen Tiefzinsphase können unsere Kosten aber auf längere Sicht nicht mehr allein durch diese Zinsmarge gedeckt werden. Zudem benötigen wir mit unserer Art des Bankgeschäftes mehr Gesprächszeit für die Kundinnen und Kunden. Das ist kostenintensiver, auch bei moderaten Löhnen.

Dieses Zinsdifferenzgeschäft bringt es mit sich, dass knapp 90 % unserer Erträge aus dem Kreditgeschäft kommen (Zinserträge). Damit tragen unsere 430 Kreditkundinnen und -kunden – das sind 9 % unserer gesamten Kundinnen und Kunden – im Wesentlichen die Sachkosten des Bankbetriebes (nicht nur die des Zahlungsverkehrs) sowie die Einkommen der Mitarbeitenden des Bankbetriebes. Auch die Einlagekundinnen und -kunden leisten durch reduzierte Zinsen oder Zinsverzichte einen wertvollen Beitrag zur Gesamtwirtschaftlichkeit der Bank, der in der aktuell anhaltenden Niedrigzinsphase insgesamt aber eher gering ist.

Mit dem Leistungsbeitrag versuchen wir, die Festigung der Ertragslage der Bank mit einer stärkeren Kostenpartizipation aller Kundinnen und Kunden zu verbinden. Bei unserem Leistungsbeitrag handelt es sich also um eine Grundfinanzierung unserer Bank. Wir finanzieren uns damit ausschliesslich durch die Menschen, die bei uns ihr Geld anlegen oder Kredite aufnehmen.

2. Kann ich nicht einfach die anfallenden Dienstleistungskosten für mein Konto bezahlen?
Es wäre unverhältnismässig aufwändig gewesen, im Sinne einer Kostenträgerrechnung die spezifischen Kosten aller von uns erbrachten Leistungen zu ermitteln und auszuweisen, um einen besseren Anhaltspunkt für die individuelle Bemessung der Höhe eines angemessenen Leistungsbeitrages zu geben.

3. Warum konnte ich den Betrag nicht von vornherein frei wählen? Stattdessen ist er auf 5 Franken voreingestellt und ich muss mich melden, wenn ich einen anderen Betrag wünsche.
In diesem Punkt mussten wir pragmatisch entscheiden. Auf eine Rückmeldung aller 5‘000 Kundinnen und Kunden zu warten, hätte einen sehr grossen administrativen Aufwand bedeutet und wäre nicht durchführbar gewesen.

4. Mit meinem Spargeld kann die Bank arbeiten – warum soll ich dafür zahlen?
Es ist grundsätzlich richtig, dass die Anleger – im gegenwärtigen Zinsumfeld ohne Gegenleistung – Geld für interessante und förderliche Projekte zur Verfügung stellen und die Bank durch Kreditvergabe dadurch Erträge erzielt. Diese Erträge reichen aber für eine Grundfinanzierung nicht mehr aus (s. o., Frage 1). Zugleich besteht die Bankdienstleistung auch darin, verantwortungsvoll mit der durch die Ersparnisse verfügbaren Liquidität umzugehen.

5. Hat sich die Bank mit dem neuen Gebäude übernommen?
Nein. Der Betrieb des neuen Bankgebäudes erhöht die laufenden Raumkosten um etwa 15 %. Eine genaue Bewertung wird es nach Ablauf des ersten vollständigen Betriebsjahres 2018 geben. Im neuen Gebäude können wir zwei Etagen vermieten, sodass Einnahmen entstehen, die in etwa der Abschreibung entsprechen. Allerdings werden durch das Bankgebäude Eigenmittel gebunden.
Unser Auszug aus der Gerbergasse war notwendig geworden, da die Büroetage einerseits zu klein geworden und uns andererseits der Mietvertrag gekündigt worden war.
Vor Baubeginn waren zahlreiche Optionen evaluiert worden, auch hinsichtlich der entstehenden Kosten. Der realisierte Neubau war die ideale Option, da er gleichzeitig mehrere Zwecke erfüllte: Er hat das Potenzial, uns über viele Jahre ausreichend Platz zu bieten, macht uns unabhängig von Mietschwankungen, ist zentral gelegen – und nicht zuletzt konnten wir ihn nach unseren Wünschen und Bedürfnissen gestalten.

6. Was kostet das Veranstaltungsprogramm?
Das Veranstaltungsprogramm wird im Jahr 2018 voraussichtlich Kosten von rund CHF 10‘000 verursacht haben, zuzüglich Personalkosten für Organisation und Betreuung der Veranstaltungen. Wir wollen mit unseren Veranstaltungen eine Bewusstseinsbildung in Geldfragen und Fragen aus denjenigen Lebensbereichen fördern, in denen die Bank meist als Kreditgeberin tätig ist (so z. B. in der Landwirtschaft, unserem Jahresthema 2018). Diese Bewusstseinsbildung ist uns besonders wichtig, da ein anderer Umgang mit Geld das Verständnis für geld- und wirtschaftsbezogene Themen voraussetzt.

7. Sind Akanthus 3 Vorsorgekonten und Mietkautionskonten von dieser Regelung betroffen?
Nein, diese Konten sind von dem Leistungsbeitrag ausgenommen. Sie bleiben weiterhin kostenfrei